Dem Boden Raum geben

Am 29. November drehte sich im Wildermieminger Gemeindesaal alles rund um das Thema Boden und Raum.

(c) Klimabündnis Tirol

 Der Ausschuss für Nachhaltigkeit, Umwelt und Energie lud gemeinsam mit der Klima- und Energiemodellregion „Energiebündel“ des Regionalmanagement Imst und dem Klimabündnis Tirol zu der Vortrags- und Diskussionveranstaltung „Dem Boden Raum geben“.

In der Begrüßung unterstrich der Obmann des Ausschusses für Nachhaltigkeit Rainer Krißmer und Bürgermeister Klaus Stocker den Willen der Gemeinde, den Weg in Richtung eines nachhaltigen Umgangs mit Boden einzuschlagen. Wildermieming nimmt im EU-Projekt Links4Soils als Pilotgemeinde teil und setzt in Kooperation mit dem Klimabündnis Tirol Schritte in Richtung eines nachhaltigen Umgangs mit Boden.

Warum ist der lebende Boden wichtig? DI Maria Legner vom Klimabündnis Tirol beschreibt den Boden folgendermaßen: „Der lebende Boden, die dünne Haut der Erde, liegt genau an der Schnittstelle zwischen dem Gestein und der Atmosphäre, genau hier spielt sich das Leben ab.“ Bodenschutz ist Klimaschutz, denn die Ressource Boden ist einer der größten Kohlenstoffspeicher und wichtig für die Wasserspeicherung – auch zur Vorsorge vor Hochwasser. Wie viele andere Tiroler Gemeinden ist Wildermieming vom Bevölkerungswachstum in den letzten 60 Jahre geprägt, der mit einem noch stärkeren Wachstum der Siedlungsflächen einherging. Wege zu einem nachhaltigen Umgang mit Boden sind vielfältig und in allen Bereichen gefragt. Der Ansatz des Klimabündnis Tirol ist es Visionen zu entwickeln, indem man sich bereits umgesetzte Projekte und gegangene Wege als Beispiel nimmt.

(c) Klimabündnis Tirol

Dr.-Ing. Gertrud Tauber, Geschäftsführerin der Genossenschaft architektur:lokal, eröffnete in ihrem Vortrag neue Möglichkeitsräume im Umgang mit leerstehenden Gebäuden und stellte eindrucksvoll anhand von Bildern aus ihrer Arbeit dar, welchen Wert bestehende Gebäude besitzen und wie sie wieder angemessen bewohnbar gemacht werden können. Gleichzeitig kann durch die Nutzung und Wertschätzung des Bestehenden eine zusätzliche Verbauung der Landschaft vermieden und die Ortskerne gestärkt werden. Wichtig in der Arbeit von architetur:lokal ist die Einbindung der Gemeindepolitik und der Bevölkerung, denn das Ortsbild, die Kosten für neue Infrastruktur und den Verlust von landwirtschaftlichen Flächen müssen schlussendlich alle gemeinsam (er)tragen.

Die rund 40 BesucherInnen der Veranstaltung, unter ihnen einige Landwirte, meldeten sich nach den Vorträgen zu Wort und diskutierten die Frage „Wem wollen wir in der Gemeinde Raum geben?“ und „Welche Bedeutung hat Boden für uns?“. Es zeigte sich, dass Boden alle angeht und – im wahrsten Sinne des Wortes – grundlegend für unser Überleben ist. Der Abend fand einen gemütlichen Ausklang mit weihnachtlichen Snacks und Getränken, wo die angeregten Gespräche weitergeführt werden konnten.

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